Öffentliche Erklärung zur Situation der Flüchtlinge

24.11.2015 14:24

Die Kreissynode des Kirchenkreises Moers hat in ihrer Tagung am 14. November 2015 folgende öffentliche Erklärung beschlossen: 

Angesichts der hohen Zahl von flüchtenden Menschen, die in Europa, in Deutschland und vor unserer Tür in unserem Gemeinwesen Zuflucht vor Krieg und Terror und die Chance auf Unterstützung und eine neue Zukunft suchen, ist das Thema Flucht und die Frage nach Aufnahme von Flüchtlingen auch für die evangelische Kirche wieder zu einem vorrangigen Thema geworden. Zuwanderung fordert den staatlichen Einrichtungen wie auch den zivilgesellschaftlichen Institutionen große Anstrengungen ab. Als Kirche wissen wir uns durch die biblische Überlieferung in besonderer Weise an die Seite der Flüchtlinge gewiesen.

Aufnahme von Flüchtlingen

Wir erkennen an, dass es großer Anstrengungen und eines hohen Maßes an Improvisation bedurfte, um von Seiten der Städte die Unterbringung und Versorgung der hohen Zahl von Flüchtlingen zu gewährleisten. Wir erkennen die Probleme insbesondere bei der Bereitstellung geeigneten Wohnraums und haben Verständnis auch für problematischen Lösungen, die kurzfristig gefunden wurden, um Not abzuwenden. Wir begrüßen die laufenden Bemühungen, möglichst viele Menschen in angemessenen Wohnmöglichkeiten statt in Notunterkünften unterzubringen.
Wir wenden uns entschieden gegen jedwede Bestrebungen, den Familiennachzug einzuschränken.

Ehrenamtliche in Gemeinden und deren Förderung

Die in den Gemeinden und Diensten des Kirchenkreises ehrenamtlich Tätigen leisten eine wertvolle und schwierige Aufgabe. Sie benötigen die Unterstützung aller in der Kirche. Die Unterstützung soll sich zeigen in Angeboten der Begleitung, Fortbildung und Stärkung (z.B. Supervision).
Wir bitten die Kirchengemeinden und die Dienststellen der Grafschafter Diakonie gGmbH - Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers urid die anderen diakonischen Träger im Kirchenkreis Moers, Gemeindeglieder weiterhin zu ehrenamtlichem Einsatz zu ermutigen und in ihrer Tätigkeit zu begleiten. Die Ehrenamtlichen sollen informiert und gestärkt werden.
Wir bitten das Neue Evangelische Forum weiterhin öffentliche Informationsangebote und Fortbildungsmaßnahmen für die Ehrenamtlichen anzubieten.

Für ein gesellschaftliches Klima der Offenheit

Die Ereignisse des Spätsommers, die sich in verschiedenen Bundesländern abgespielt haben, zeigen uns, dass es nicht nur von der Politik, sondern auch von dem Engagement der Zivilgesellschaft und also auch von dem der Kirchen abhängt, dass unser Land und unsere Stadt eine offene und respektvolle, achtende und wertschätzende Haltung gegenüber den Zuwanderern und Geflüchteten einnehmen und behalten.
Wir verurteilen entschieden alle nationalistischen, rassistischen und fremdenfeindlichen Äußerungen und Bestrebungen in unserer Gesellschaft und setzen uns in den Gemeinden, Werken und Einrichtungen im Kirchenkreis für eine mitmenschliche und von Nächstenliebe geprägte Haltung ein. Wir sehen uns damit in einer Reihe mit unserer Kirche auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene.

Korrektur der deutschen und europäischen Flüchtlingspolitik

Angesichts der realen Fluchtbewegungen in und um Europa sind wir davon überzeugt, dass die bisherige EU-Flüchtlingspolitik , wie sie sich rechtlich in den Dublin-III-Regelungen und praktisch in den Bemühungen um Abschottung der Außengrenzen der EU ausdrückt, gescheitert ist.
Wir unterstützen die Forderungen nach einem Einwanderungsgesetz für Deutschland und nach einer offenen und solidarischen Asyl- und Flüchtlingsregelung in der EU, Wir bitten die entsprechenden Gremien unserer Landeskirche und der Diakonie sowie die Vertretung der evangelischen Kirchen in Brüsser, ihre Arbeit für eine gerechte Flüchtlings- und Migrationspolitik fortzuführen und darüber auch den Gemeinden und Kirchenkreisen verstärkt Bericht zu erstatten.

Soziale Gerechtigkeit

Wir danken Arbeitgebern und Politik für alle Anstrengungen, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Allerdings dürfen bereits lange arbeitslose Menschen auch zukünftig nicht aus dem Blick geraten. Es darf kein Verdrängungsprozess in Gang gesetzt werden, in dem Flüchtlinge und Arbeitslose gegeneinander ausgespielt werden. Ziel aller gesellschaftlichen Anstrengung soll die soziale Gerechtigkeit sein.

Dank für das Engagement

Die Kreissynode Moers dankt allen Menschen, die sich in der nahen und fernen Vergangenheit für die Aufnahme und die Rechte von Flüchtlingen eingesetzt haben. Sie ermutigt alle, die aktuell die Nöte und Bedürfnisse der Flüchtenden sehen und hören, sich davon zu eigener Aktivität anregen zu lassen und sich mit den je eigenen Gaben einzubringen. Wir hoffen, dass die spontane Offenheit und Betroffenheit bei vielen Menschen zu dauerhaftem und vertieftem Handeln wächst. Wir werden als evangelische Kirche alles uns Mögliche tun, um die Zuwanderungsgesellschaft in den Kommunen des Kirchenkreises solidarisch und zukunftsgerichtet mitzugestalten.

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