Projekte in der Grafschafter Diakonie

Die Grafschafter Diakonie führt in allen Geschäftsfeldern regelmäßig einzelne Projekte durch. Dabei handelt es sich um innovative zeitlich begrenzte Aktionen mit verschiedene Kooperationspartner.

Ziel dieser Projekte ist eine Öffnung der Arbeit in das jeweilige Quartier. Die Arbeit soll transparent gemacht werden.

So finden in den Altenheime mehrgenerative Aktionen mit Schulen statt. Oder das Wittfeldhaus bestreitet ein Fußballturnier in Barcelona. Die ambulanten Dienste fahren beipielsweise mit ihren Kunden unter dem Slogan "gut gepflegt" ins Schloßtheater nach Moers.

 

Tilda vom Honigtal - ein frischer Wind im Wohnheim-

Seit September 2015 hat die erste Etage einen Neuzugang. Mit nur 15 Wochen hat Tilda, eine Golden Retriever Hündin, den Weg in den Wittfeld-Wohnverbundes gefunden. Sie beglückt seither die Bewohner der Gruppe, so bald ihre Halterin Anna-Katharina Höfel im Dienst ist. 
Tilda ist mittlerweile sechs Monate alt und hat schon viel gelernt. Sie bringt frischen Wind und Bewegung in die Gruppe.
Tilda befindet sich in einer Ausbildung zum Therapiehund. Zur Zeit ist sie dazu da, dass Wohlbefinden der Bewohner zu verbessern.
Ziel ist es das Tilda demnächst therapeutisch eingesetzt wird, dass bedeutet Sie wird in geplanten Sequenzen mit Frau Höfel und einem Bewohner/In anwesend sein, um zum Beispiel die Motorik des Klienten zu verbessern, Angst abzubauen, das Wohlbefinden zu stärken, die Konzentration zu fördern oder einfach „nur“ mal Gefühle zu äußern. 
Es ist wissenschaftlich belegt, dass Hunde anhand ihrer bloßen Anwesenheit positiv auf das Herz-Kreislauf-System des Menschen einwirken.
Durch Berührungen des Hundes, werden Hormone beim Menschen ausgeschüttet u.a. das Bindungshormon Oxytocin. Es kommt dadurch zur Reduktion von Stress, dämpft Aggressivität und fördert Empathie ebenso wie Vertrauensseligkeit gegenüber Fremden. 
Der Klient bekommt durch den Hund das Gefühl wichtig zu sein, jemanden an seiner Seite zu haben, dem er vertrauen kann. Der Hund kann als sozialer Katalysator vermitteln und wirkt wie eine Brücke zwischen Klient und Therapeuten.
Einige unserer Bewohner haben große Ängste und Sorgen und sind immer wieder von Menschen enttäuscht worden. Durch den Hund kann man es möglicherweise schaffen, in Kontakt mit Ihnen zu treten und womöglich mit Ihnen über ihre Sorgen und Ängste zu sprechen. 
Schon nach kurzer Zeit wurde Tilda als ein Stück der Gruppe angenommen und sie wird sofort vermisst, wenn sie einen Tag frei hat, interessanterweise auch von Klienten, die eher realitätsfern leben und wenige Gespräche mit uns führen. Tilda kommt sehr gerne ins Haus.

„kids on bike - raus aus der Stadt“ - Ein Mountainbike-Projekzt in Kamp-Lintfort

Im Rahmen ihrer Tätigkeit als sozialpädagogische Familienhilfe betreut Frau Andrea Eggeling Familien, die durch das Jugendamt Kamp-Lintfort vermittelt werden. Für viele der betreuten Familien bietet sich nicht die Möglichkeit, ihre Kinder an Gruppen der öffentlichen Sportvereine anzubinden. Da es für die Kinder sehr wichtig ist, mehr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu bekommen und vor allem die Körperwahrnehmung und Fitness zu steigern, entstand die Idee, ein attraktives Sportangebot auf dem Mountainbike für Kinder in der Natur zu schaffen.

Aus diesem Grunde wurde ein Antrag für Spendengelder bei der Aktion Mensch gestellt, der positiv entschieden wurde. Somit konnte die Grafschafter Diakonie - Diakonisches Werk acht Mountainbikes und Helme anschaffen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass das Projekt bei besonderen Themenschwerpunkten durch einen erfahrenen, ehrenamtlichen Übungsleiter für Mountainbiketraining unterstützt wird.

Ziele des Projektes sind:

Stärkung der Gruppenfähigkeit, soziale Kompetenzen erweitern, Förderung von Rücksichtsnahme, Selbsteinschätzung, Durchhaltevermögen, Selbstwertsteigerung, Akzeptanz von Regelwerken, Stärkung der Koordination und des Gleichgewichtes, Steigerung der Körperwahrnehmung und Fitness; psychische Zufriedenheit durch Bewegung und Erfolge erzeugen, Instandhaltung und Pflegemaßnahmen am Rad.

Das Projekt wird von zwei Mitarbeiterinnen des Stadtteilteams Andrea Eggeling GDDW und Simone Michalski von der evangelischen Jugend-und Familienhilfe Kaarst 14 tägig für 3 Std. mit 6 Kindern im Alter von neun bis zwölf Jahren durchgeführt. An der Gruppe nehmen vier Jungen und zwei Mädchen teil, die den Betreuern mehrfach zurück gemeldet haben, das ihnen das Mountainbike fahren großen Spaß bereitet und sie sich darüber freuen, endlich auch ein „Sportangebot“ gefunden zu haben, welches mit viel Freude ausgeführt wird. 

Dieses Projekt, welches dankenswerter Weise durch Spendengelder der Aktion Mensch realisiert werden kann, stellt für unsere pädagogische Arbeit einen wichtigen Baustein dar.

Projekt Hochbeet Tagespflege

Ein Hochbeet für die Tagespflege

Im Frühjahr 2015 startete das Projekt „Hochbeet“ in der Tagespflege. Nach etlichen Recherchen entschlossen sich die Tagesgäste und die Mitarbeiter der Einrichtung einen Bausatz in einem Bauhaus zu bestellen und gemeinsam aufzubauen. Da es ein Beet werden sollte, wo auch Rollstuhlfahrer die Möglichkeit haben zu pflanzen oder zu ernten, musste es in jedem Fall eine bestimmte Höhe haben und zu unterfahren sein. Gesagt, getan: ein Bausatz für das Hochbeet wurde gefunden und bestellt. Als die Lieferung eintraf, wurde mit den Gästen ausgepackt, zusammengesteckt, gehämmert und geschraubt. Da waren viele fleißige Hände am Werk und jeder durfte mit werkeln. Dies zog sich über Tage und Wochen hin, so hatten viele Gäste das Erlebnis der Gemeinschaft und der Teamarbeit. Als dann endlich das Holzhochbeet aufgebaut wurde es mit Folie, Vlies und dann Erde befüllt. Auch hier waren wieder die Gäste beteiligt. Nun fehlte nur noch die Bepflanzung. Man entschloss sich einige Nutzpflanzen zu kaufen aber auch blühende Zierpflanzen. Eifrig wurde gepflanzt, gegossen und ... Wochen später auch geerntet. So gab es in diesem Jahr das erste mal in der Tagespflege zum Frühstück immer wieder Quark mit EIGENEN Kräutern wie Petersilie, Schnittlauch und Co oder Tomaten und selbst die Paprika konnten geerntet werden. Das Projekt erfreut sich bis heute Beliebtheit, immer wieder sind Gäste da, die sich liebevoll um die Pflanzen kümmern und gießen oder verwelkte Blüten auszupfen.

Sprayer-Lack-Kunst als Projekt

Im Sommer letzten Jahres startet Dennis Ruth sein Berufsanerkennungsjahr der Heilerziehungspflege  in der Nebenstelle Hülsdonk des Johann Heinrich Wittfeld-Wohnverbundes. 

Bevor er sich für die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger entschied, arbeitete er im KFZ-Bereich. Im Laufe des Jahres entwickelte sich die Idee die beiden Bereiche miteinander zu vereinen und bei einem Klienten der Abteilung fand er damit besonders großen Anklang.

In Gesprächen wurde aus der Idee ein Projekt.

Dennis Ruth und der Klient trafen sich 1-2 Mal in der Woche und planten die Umsetzung. Mit der Zeit entstand dann das Projekt eine Motorhaube mit der Airbrush-Technik zu gestalten.

Die Motorhaube wurde mit viel Geduld verziert. Es entstand ein Drachen der mit chinesischen Schriftzeichen umrandet wurde.

Der Klient hatte daran viel Freude und erschien gerne zu den Treffen, um die Haube fertig zu stellen. So konnte er seine feinmotorischen Fähigkeiten schulen und lernte eine neue Methode zur Gestaltung kennen. Mit dem Airbrush-Gerät lernte er sehr schnell umzugehen und arbeitete dann feinsäuberlich die Konturen aus. Und so entstand der Sprayer-Effekt.

Auch die anderen Klienten in dem Bereich sahen fasziniert zu, wie das Projekt an Gestalt gewann.

Mit vielen kleinen Schritten näherte sich die Fertigstellung der Motorhaube und die Frage entstand: Was passiert mit dem Kunstwerk?

Nach einigen Überlegungen wurde festgestellt, dass diese besondere Arbeit jederzeit sichtbar sein sollte. Deshalb wurde sie in den Aufenthaltsbereich der Walpurgisstraße 18 gehängt und verschönert nun den Essbereich.

Alle Klienten äußern sich sehr positiv über das Projekt und loben den Klienten, der an der Gestaltung maßgeblich beteiligt war. Das erfreut ihn sehr und er lächelt viel, wenn er in den Wohnbereich kommt.

Alles in allem ein erfolgreiches und spannendes Projekt für den Johann Heinrich Wittfeld-Wohnverbund mit einem sichtbaren und kreativen Ergebnis für alle.

Eine Geschichte über die Theatergruppe

An jedem Mittwoch am späten  Nachmittag treffen wir uns. 

Wir kommen aus verschiedenen Richtungen. Viele von uns haben in unterschiedlichen Kontexten gearbeitet. Jeder musste sich den wiederkehrenden großen  und kleinen  Herausforderungen des Alltags stellen. Eigentlich sind wir schon ein bisschen müde, wollen ein wenig  reden, uns dabei entspannen, um dann möglichst bald den Tag ausklingen zu lassen. 

Aber dann fangen wir an zu spielen. Von irgendwoher  fallen seltsame Einfälle auf uns herab:  

Ein verzagter Sohn will seiner Mutter, der äußerst standesbewussten Gräfin Estelle von Pigage endlich erzählen, dass er schwul ist. Wie wird sie reagieren? Vielleicht ganz anders als erwartet? 

Drei aufmüpfige Weihnachtsmänner und  ein Engel bringen die so schön geordnete Welt eines gut bürgerlichen Familienvaters gründlich durcheinander  -  und unverhofft werden die Karten des Lebens neu gemischt.

Nach fünfzig Ehejahren und dem anrührenden Bekenntnis, dass man sich mehr liebt denn je wagt das alt gewordene Paar noch einmal einen Tanz, erst holprig und steif; doch dann verflüssigen sich die Bewegungen plötzlich immer mehr. Welche Kraft ist da am Werk, die Flügel und Jugend verleiht?

Indem wir diesen erstaunlichen Einfällen Raum geben und ihnen  im Spiel eine Gestalt verleihen, kehren unsere Lebensgeister zurück. Wir erlauben uns, die Grenzen einer manchmal einengenden Vernunft hinter uns zu lassen und  in eine buntere, freiere Welt, die es uns erlaubt, in Rollen zu schlüpfen, die uns im täglichen Leben eher fremd sind, einzutauchen. Dann staunen wir über uns selbst: Ich, der ich mich sonst als so zurückhaltend und unscheinbar erlebe, spiele den mächtigsten Magier der Welt?

Aber nicht nur darüber wundern wir uns, sondern auch über die Art, wie sich aus unseren seltsamen Einfällen, die aus sehr verschiedenen Welten in unsere Spielwerkstatt geschwebt kommen, eine Geschichte, die man erzählen und vorführen kann, formt. Vielleicht steckt in diesen nicht ganz ergründbaren Vorgängen ein Funke von lebendiger Kultur.

Jedoch nicht nur die Worte tanzen – wir tun es auch. Denn das Gefühl, das wir ausdrücken wollen, ist auch ein Lied und die jeweilige Situation hat einen Rhythmus. Wie viel stärker wirkt unser Spiel, wenn wir diese sinnliche, körperliche Ebene einbeziehen, als wenn wir uns allein auf die Möglichkeiten der  Sprache verlassen würden?

Dass die meisten von uns Berührungspunkte mit dem großen Feld der Psychiatrie haben, die einen, die schon einmal Dienstleistungen in Anspruch genommen haben, die anderen die eben solche anbieten, erscheint uns in unserem gemeinsamen tänzerischen Spiel oder gespielten Tanz belanglos. Auf unserem spannenden Weg unterstützen und beflügeln wir uns gegenseitig und wandern durch die Höhen und Tiefen eines nicht immer einfachen Entwicklungsprozesses als Partner.

Viele Köche „ver-feinern“ den Brei

Im Johann Heinrich Wittfeld Wohnverbund gibt es, im Gegensatz zu manchen anderen Einrichtungen, keine Großküche. Es wird täglich auf jeder Gruppe frisch gekocht und zwar von Bewohnern – für Bewohner. In der Regel hat jeder Bewohner ein Mal in der Woche „Kochdienst“. An diesem Tag ist er für das Essen und alles was dazugehört, zuständig. Der Weg zum Ziel beinhaltet auch kleine Schritte, wie zum Beispiel einen Einkaufszettel schreiben, Geld zählen, Tisch decken etc. Natürlich bekommt der „Koch“ auch individuelle Unterstützung seitens der Mitarbeiter. Diese fällt je nach Selbstständigkeit unterschiedlich aus. Die meisten Bewohner kochen gerne. Man kann Neues ausprobieren und es mit alten Erfahrungen verbinden. Und man erfährt eine wichtige Aufgabe: für sich und andere zu sorgen.

Vor einiger Zeit wurde die Idee, mit den Bewohnern ein eigenes  Kochbuch zu kreieren, von dem Einrichtungsleiter, Axel Loobes, ins Leben gerufen. Doch bei dem Kochbuch geht es um viel mehr als nur um eine willkürliche Zusammenstellung verschiedener Rezepte. Essen verbindet – Essen macht glücklich. Bewohner und Mitarbeiter schaffen etwas gemeinsam, etwas wo sich jeder persönlich mit einbringen kann und wobei auch jeder langfristig einen Nutzen von hat. Natürlich geht es auch um Spaß, Verantwortung zu erfahren und Hand in Hand zusammen zu arbeiten.

Das Thema des Kochbuches sind die Lieblingsrezepte der Bewohner. Bei der Wahl dieser, sind sie ganz frei ihrer Entscheidung und bestimmen die Zutaten selbstständig. Der Ablauf  für das Kochen der Lieblingsrezepte ist genau so aufgebaut, wie es auch im Gruppengeschehen üblich ist. Es wird großen Wert darauf gelegt, dass die Rezepte kleinschrittig und leicht verständlich verfasst werden, damit auch jeder die Chance hat es anschließend selbst auszuprobieren. So kann man vom anderen profitieren und voneinander lernen. Zur visuellen Unterstützung, wird jeder einzelne Arbeitsschritt  durch Fotos festgehalten. Dadurch wird das Buch anschaulicher und erleichtert den Bewohnern das Nachkochen.

Das Projekt ist mittlerweile schon gut angelaufen und erntet viel positive Resonanz. Viele Bewohner beteiligen sich an dem Kochbuch und entwickeln immer mehr Freude und Eigeninitiative. Der Bewohner erhält während des Kochens ein Erfolgserlebnis und bekommt meist viele Komplimente von seinen Mitbewohnern, was natürlich Selbstvertrauen schenkt.

Durch die enge Zusammenarbeit entwickelt sich ebenfalls die Beziehung zwischen Betreuer und Klient weiter – das Vertrauen zueinander wächst, man kreiert etwas gemeinsam und hilft sich gegenseitig.

Das Kochbuch ist etwas für die Ewigkeit und man kann später ein richtiges Resultat in den Händen halten. Es ist sogar angedacht, dieses ganz besondere Kochbuch im eigenen Wittfeld-Lädchen zu verkaufen.

Junge Menschen aus der Obdachlosigkeit holen

Obdachlosigkeit von Jugendlichen vermeiden - das ist das Ziel des von der Stadt Kamp-Lintfort und der Diakonie getragenen Projekts "Beratung und Betreuung von in Wohnungsnot geratenen Jugendlichen".
Es richtet sich an junge Menschen, die nicht mehr zuhause bei ihren Eltern wohnen können. Sie finden nicht leicht eine feste Unterkunft. Eine Zeitlang können sie bei Freunden wohnen, aber über kurz oder lang benötigen sie ein eigenes Dach über dem Kopf. Da nur wenige eine Sicherheit hinsichtlich der Mietzahlungen nachweisen können, bekommen sie keine Wohnung. Doch wer einmal auf der Straße landet, hat es schwer, von dort wieder wegzukommen.
Auch eine Notunterkunft, wie die in der Kamp-Lintforter Friedrichstraße, ist keine geeignete Möglichkeit, jungen Menschen eine Zukunft zu ermöglichen.
Die Grafschafter Diakonie gGmbH - Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers hat deswegen im Auftrag der Stadt Wohnungen angemietet, die sie obdachgefährdeten oder obdachlosen Jugendlichen gegen Mietzahlungen zur Verfügung stellt.
Gleichzeitig stehen den Heranwachsenden auch pädagogische Mitarbeitende der Diakonie zur Seite, falls weitere Probleme, etwa ein Suchtproblem, Schulden etc. gelöst werden müssen oder Stabilität und Verlässlichkeit in das individuelle Leben gebracht werden müssen.
Einzige Bedingung für die Jugendlichen, die in Wohngruppen leben sollen: Sie müssen ihre Bereitschaft zu erkennen geben, sich in die Wohngemeinschaft zu integrieren und mit der Fachkraft zusammenzuarbeiten. Dann können sie bis zu sechs Monate dort bleiben und sich auf ein selbstverantwortliches Leben vorbereiten. Denn das Hauptziel des Projekts ist das selbstständige Leben in einer Wohnung. 

Wird die kostengünstige Miete von den Jugendlichen aufgebracht, unterstützt die Stadt die Arbeit der Sozialarbeitenden an dem Projekt finanziell. Mit der Arbeit für die Jugendlichen ist nicht nur den Jugendlichen geholfen, sondern auch der Stadt. 

Infos:    i.fritsch@diakonie-kamp-lintfort.de

Projekt Schrauber-Werkstatt

Saxonette – oder: Technik die begeistern kann

Der Johann Heinrich Wittfeld-Wohnverbund bietet seinen Bewohnern im Rahmen der Arbeits- und Beschäftigungstherapie Arbeitsmöglichkeiten in der Druckerei, der Holzwerkstatt und dem Kunsthandwerk, sowie auch Tätigkeiten in der Hauswirtschaft und im Lädchen an.
In der Vergangenheit wurden ausserdem verschiedene  Projektarbeiten  durchgeführt. So wurden unter anderem ein Gartenhaus und ein Grillplatz auf dem Gelände der Einrichtung errichtet.
Mit der „Schrauber-Werkstatt“ wurde vor kurzem das neueste Projekt in Angriff genommen.
Betreut wird dieses Projekt von Detlef Wilms. Er arbeitet als Ergotherapeut in der hauseigenen Druckerei, kennt sich durch 30 Jahre private Schrauberfahrung an Mopeds und Motorrädern bestens mit dem neuen Arbeitsfeld aus.
Zunächst versuchten sich die Bewohner unter Detlef Wilms‘ Anleitung unter anderem an der Instandsetzung eines Mopeds. Die technischen Details und schwierige Arbeiten beispielsweise an der Zündanlage überstiegen jedoch den Rahmen der Möglichkeiten. Ein einfacher gestaltetes Moped musste gefunden werden und so stieß man schnell auf die Saxonette.
Bei der Saxonette handelt es sich um ein motorbetriebenes Fahrrad, welches sich lediglich durch den Antrieb von normalen Fahrrädern unterscheidet. Ein Fahrrad kennt jeder, die Technik ist überschaubar und somit gehen die Bewohner mit wenigen Berührungsängsten an die Arbeit. Zudem wurden dem Johann Heinrich Wittfeld-Wohnverbund zwei motorbetriebene Fahrräder gespendet.
Gemeinsam mit den Bewohnern werden nun die benötigten Ersatzteile zum Beispiel über Kleinanzeigen beschafft, abgeholt und in der Werkstatt eingelagert. Außerdem bietet die   „Schrauber-Werkstatt“ den Bewohnern Tätigkeiten mit unterschiedlichen Anforderungen: Pflege der  Bauteile, Flicken der Reifen,  Zusammensetzen des Vergasers, kleine Lackarbeiten und viele Weitere. Jeder kann sich im Rahmen seiner Fähigkeiten einbringen. Die körperliche Arbeit an den Fahrrädern sorgt für einige schmutzige Hände, aber auch  für viele kleine und große Erfolgserlebnisse. 


In Zukunft wird eine Saxonette als Dienstfahrzeug im Johann Heinrich Wittfeld-Wohnverbund genutzt. Der Fahrer benötigt lediglich einen Mofaführerschein und kann die Moerser Fahrradwege nutzen. Besonders der geringe Verbrauch von 1 l Benzin auf 100 km und die entfallende Parkplatzsuche machen die Saxonette zu einer attraktiven Alternative zum Auto… solange das Wetter mitspielt.

„Wittfeld Kicker – Wir machen keinen Unterschied“

Das Projekt „Wittfeld-Kicker“ wird seit nunmehr 10 Jahren von Trainer Jochen Horster und Jörg Denes begleitet. Aus dem anfänglichen Wunsch vieler Klienten „einfach“ Fußball auf dem Bolzplatz spielen zu wollen, hat sich in den vergangenen Jahren eine professionelle und erfolgreiche Fußball-Mannschaft entwickelt, in der Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam trainieren. 

Die Fußballer befinden sich auf Grund von unterschiedlichen psychischen Einschränkungen in schwierigen Lebenslagen. Alle Spieler leben oder lebten im Wittfeld-Wohnverbund, ein sozialpsychiatrisches Wohnheim in Moers der Grafschafter Diakonie gGmbH. Mehr als 90 Menschen haben hier ein neues Zuhause gefunden. Zuhause bedeutet aber nicht nur Wohnen und Arbeiten, sondern auch Erholung, Ausgleich und vor allem Geborgenheit.  

Das Projekt bietet Ihnen Halt und Akzeptanz und einen Ausgleich zu dem schnelllebigen Alltag. Nicht nur in den eigenen Reihen, im geschützten Rahmen der betreuenden Einrichtung, sondern vor allem auch im Verein und im Umgang mit vermeintlich gesunden Menschen. 

Integrationsangebot für Kinder aus Flüchtlingsunterkunft Werthauserstraße, Rheinhausen

Etwa 140 Frauen, Männer und Kinder leben in der ehemaligen Grundschule Werthauserstraße in Rheinhausen. 
Um die Kinder beim Start in das Leben in Deutschland maßgeblich zu unterstützen, hat die Diakonie im Duisburger Westen  für sie im Stadtteilzentrum Regenbogenhaus ein Freizeitangebot entwickelt. Es ermöglicht  Integration, unter anderem durch die Förderung ihrer deutschen Sprachkenntnisse. Das Regenbogenhaus ist zudem Treffpunkt für andere Kinder. So lernen die Kinder aus den Flüchtlingsfamilien auch das Leben in Deutschland spielerisch und mit Spaß kennen Das Freizeitangebot bietet auch den Eltern Entlastung im Alltag der Unterkunft. Hilfreich ist, dass das Regenbogenhaus und die Unterkunft der Flüchtlinge nur 500 Meter voneinander entfernt sind und leicht zu Fuß zu erreichen sind. 

Kontakt

Regenbogenhaus
Beethovenstraße 18a
47226 Duisburg-Rheinhausen

Telefon: 02065 764648
Mail an Flüchtlingskindertreff Regenbogenhaus

 

Paula - ein ganz besonderes Teammitglied

Im September 2009 verstärkte unser Team der Jugendhilfe in Moers Hülsdonk ein ganz besonderes neues Mitglied. Die Bordeauxdogge Paula, damals gerade 12 Wochen alt, trat bzw. tapste zum ersten Mal ihren Dienst an. Das gesamte Team erinnert sich noch heute gerne an diese Zeit zurück, als Paula während Teamsitzungen auf dem Schoß ihres Frauchens Ina Schmidt schnarchte und es trotzdem noch möglich war ein Protokoll zu schreiben. 

Heute ist das anders…. Heute wiegt Paula 53 Kilo und ist erwachsen geworden. Auf den Schoß passt sie zwar nicht mehr, was sich aber nicht verändert hat ist, dass Paula begeistert. Paula schafft es mit ihrem trägen Charme doch fast wirklich Jeden um den Finger zu wickeln, auch wenn sie auf den ersten Blick aufgrund ihren Statur doch erstmal Respekt einflößen kann. 

Ob Kind, Jugendlicher, Elternteil, TherapeutIn oder JugendamtsmitarbeiterIn- alle kennen Paula und alle werden irgendwann zum Kuscheln von Paula „überredet“.

In der täglichen Arbeit öffnet Paula Türen, die lange für Menschen verschlossen blieben. Viele Bewohner freuen sich am Spiel mit Paula auf dem Gelände, um sich mal so richtig auszupowern. Auch das  Trainieren von Tricks bringt viel Spaß und die Freude ist groß, wenn Etwas funktioniert. Besonders ist, dass Paula mit Stimme und Körpersprache motiviert werden muss. Also auch in Zeiten, in denen es dem Ein oder Anderem vielleicht mal nicht so gut geht, hilft Paula dabei aus sich heraus zu kommen. Mit ihr macht Körpersprachen- und Stimmentraining doch gleich viel mehr Spaß als sonst. 

Paula kann auch Trostpflaster sein in Zeiten in denen man gar nicht reden möchte, sondern allein das Schmusen mit ihr schon ein bisschen weiter hilft. Das Schöne ist, dass Paula einfach nur zu hört, nicht antwortet und bedingungslos da ist. 

Bei vielen Bewohnern sind besonders die Waldspaziergänge mit Paula heiß begehrt, in denen man die Natur genießen kann und in ungezwungener, entspannter Atmosphäre viel leichter auch über schwere Themen sprechen kann. 

Auch die Mitarbeiter im Büro finden, dass Etwas fehlt, wenn Paula mal frei hat. Es ist schon komisch nicht das beruhigende Schnarchen aus der Ecke zu vernehmen oder sich selbst durch das Streicheln von Paula einfach mal  runter zufahren, wenn es mal turbulent ist. 

Wir freuen uns auf hoffentlich viele weitere gemeinsame Jahre mit dem ganz besonderen Teammitglied!

Projekt im Reitstall Westerweck

Das Reitprojekt wird seit 2009 einmal im Monat im Reitstall Westerweck im Ort Rayen (http://www.rufv-rayen.de/)  angeboten. Das Projekt startete mit 5 Personen aus allen vier Wohnbereichen des WWVs. Mittlerweile nehmen 6 Personen aus zwei verschiedenen Wohnbereichen teil.

Anfangs verspürten ein paar Bewohner Respekt und auch Angst vor den Pferden und deren Größe, doch durch das langsame Heranführen und das Putzen und Aufzäumen vor der eigentlichen Reitstunde gewinnen die Bewohner Selbstvertrauen und fühlen sich zunehmend sicherer im Umgang mit den Pferden.

Eine Reitstunde wird nach den individuellen Bedürfnissen der Bewohner gestaltet. Bewohner ohne Vorerfahrungen werden dabei ganz anders gefördert als Bewohner mit Reiterfahrungen. Hierbei geht es erst einmal um das Gefühl zum Pferd, z.B. Übungen mit geschlossenen Augen gemacht um die Richtung des Laufes zu erkennen und diese zu erfühlen oder wie man ein Pferd überhaupt säubert und mit dem Tier umgeht. Die Fortgeschrittene Reiterinnen hingegen werden ihres Leistungsstandes entsprechend gefördert  und können  ihre Kenntnisse einsetzen. Die etwas scheueren Bewohner können auch nur langsame Schrittrunden auf den Pferden erhalten. 

In den fünf Jahren bemerkte man wie die Bewohner zu „Ihren“ Schulpferden einen besonderen Bezug aufbauten. Sie freuten sich einen Monat lang auf dieses Ereignis, bestellten sogar Brötchen für die Pferde und fragten nach dem nächsten Termin. 

Alle Bewohner besorgten sich sogar extra für die monatlichen Reitstunden eine eigene Reitkappe.

Bei einer fortgeschrittenen Reiterin bemerkte man nach dem Reiten, dass diese viel aufnahmefähiger war als vor dem Reiten. Sie erzählte äußerst genau was sie mit dem Pferd gemacht und erlebt hat. Zudem konnte sie ohne Verzögerung direkt auf Fragen antworten.

Eine andere Bewohnerin mit viel Scheu vor den Pferden wurde bei einer Stunde ins kalte Wasser geworfen, da es einer anderen Bewohnerin unwohl wurde, bot ich ihr an dieses schon gesattelte Pferd ein paar Runden zu führen, dabei bemerkte ich zunehmendes Vertrauen zum Tier. Sogar so stark, dass ich fragte ob ich ihr nicht aufs Pferd helfen solle, damit sie ein paar Runden reitet. Nach kurzem Überlegen saß sie auf dem Pferd und war total baff und ungeheuer stolz, da diese Bewohnerin sonst nur zum Zuschauen mitgekommen war und sich beim ersten Projekttag nicht aufs Pferd getraut hatte und sogar in Tränen ausgebrochen war. Sie hatte sich direkt in dieses Pferd verliebt und ihm sogar ein neues Namensschild in der Arbeits- und Beschäftigungstherapie gebastelt. Mittlerweile geht die besagte Bewohnerin 30 Minuten auf den Pferderücken und schafft sogar schon selbst gelenkte Runden in der Reitbahn. Sie ist unglaublich stolz auf sich und hat an Selbstverstrauen gewonnen.

Auffällig ist auch, dass eine sehr nervöse und laute Bewohnerin während der Reitstunde ungeheuer ruhig und entspannt ist. Sie genießt die Zeit mit dem Pferd und ist jedes Mal aufs Neue erstaunt, dass sie auf diesem großen Pferd wirklich zu reiten wagt. Ihre Mutter hatte ihr im Kindesalter den Umgang mit Pferden verboten, da dieser zu gefährlich wäre. Zwar hatte diese Frau nach den ersten Stunde unglaublichen Muskelkater aber auch eine entspannte Haltung.

Die Bewohner sollen aufgrund des Projektes Verantwortung und Freude widerfahren.

Es geht bei diesem Projekt nicht nur darum das Reiten zu erlernen, sondern viel mehr den Umgang zum Pferd zu erleben, dazu zählt auch sich um das Pferd sowie um die Hygiene zu kümmern.

Gerade Menschen die Probleme mit Körperkontakt und emotionalen Beziehungen haben, können durch den Umgang mit Pferden dieses erlernen und entwickeln (z.b. durch streicheln, loben, putzen etc.). Pferde haben eine ganz besondere Ausstrahlung und sind beziehungsfähig sowie kontaktfreudig. Die Eigenschaft übertragen sie auf den Menschen (vgl. Fitzner 2001).

Ich genieße jedes Mal die leuchtenden Augen der Bewohner, den Stolz hinterher etwas geschafft zu haben, vor dem sie vorher skeptisch sind. Zudem erkennt man, dass die Bewohner diese Termine einhalten, sie nehmen regelmäßig daran teil und fragen sogar des Öfteren zwischendurch nach, wann es wieder soweit ist.

Es ist körperlich sowie psychisch ein tolles Projekt, da der Mensch gefordert wird und sich anhand des Tieres Selbstwertgefühl aufbaut. Des Weiteren ist es schön zu sehen, dass die Bewohner sich in einem fremden Umfeld so gut zurechtfinden und sie vorsichtig und behutsam mit den Tieren sowie mit den Mitarbeitern des Reitstalls umgehen. 

Unterstützung und Mithilfe bei der Umsetzung dieses Projektes erhalten wir von der Reitlehrerin des Reitstalles sowie ehrenamtlichen Helfen des Reitstalls. 

Nach einigen Umstrukturierungen, hat sich jetzt eine nette Gruppe formatiert. Im Reitstall werden wir egal ob von den Mithelfern oder den Vereinsmitglieder nett aufgenommen und als Reitgruppe respektvoll behandelt.

Eine Reißbrettsiedlung menschlich machen

In der Reichelsiedlung in Rheinberg gibt es eine Menge Aufgaben für die Diakonie.
Durch die demographische Entwicklung werden zunehmend mehr ältere Menschen im Quartier wohnen, ein Viertel aller Rheinberger, die von Sozialleistungen leben, haben dort ihre Heimat. Die Menschen in der Siedlung  kommen aus 14 Nationen.
Im Auftrag der Stadt sollen nun die Rheinberger Dienststelle der Diakonie und die Ev. Kirchengemeinde Rheinberg gemeinsam ein Quartiersmanagement-Konzept erstellen. Das Ziel ist, die Nachbarschaftsbeziehungen zu stärken.
Dazu soll ein Mehrgenerationenhaus entstehen, in dem sich Junge und Alte begegnen und näher kommen können. Gemeinschaftsräume sollen eingerichtet und die Grünflächen in gemeinsame Gärten verwandelt werden. Bewohner könnten zudem ein Ehrenamt übernehmen.
Dahinter steht der Gedanke, dass die Bewohnenden sich mit dem Viertel stärker identifizieren und sich tragfähige Netzwerke bilden, sodass sich die Menschen gegenseitig unterstützen und aufeinander achten, wie es in anderen Netzwerken schon geschehen ist, die von der Diakonie initiiert worden sind. Mit dem Blick füreinander und der Diakonie vor Ort wird nicht nur das Viertel für die Menschen dort attraktiver, sondern es hilft auch, sozialen Problemen vorzubeugen. 

 Infos:   http://www.haus-der-generationen.eu/

 

 

Gelebte Zeitgeschichte

Ein Projekt des Sozialen Dienstes im Rudolf-Schloer-Stift

„Immer hat Geschichte zwei Komponenten: das, was geschehen ist, und den, der das Geschehene von seinem Orte in der Zeit sieht und zu verstehen sucht.“

Golo Man

 

Unsere Bewohnerinnen und Bewohner sind Zeitzeugen des vergangenen Jahrhunderts. Was für junge Menschen Geschichte ist, haben sie selbst erlebt, es hat ihr Leben geprägt, sie haben es mit gestaltet.

Auf unserem Zeitstrahl füllen Geschichten und Erlebtes der Menschen den historischen Rahmen. Er steht im Foyer des Rudolf-Schloer-Stiftes und lädt Besucherinnen und Besucher zu einer Zeitreise ein. Eine Reise durch die Geschichte unseres Landes, lebendig durch erlebte Geschichten unserer Bewohnerinnen und Bewohner.

 

Graffiti in der Altenheimat

Graffiti in der Altenheimat

Eigentlich ist Strickgraffiti eine Kunst, die aus Amerika stammt, die auf Missstände aufmerksam macht und Unschönes verdecken will.
Ingrid van Zütphen wurde auf einen Artikel in der Zeitung aufmerksam. In Neukirchen-Vluyn hatte sich eine Aktionsgruppe gegründet, die gemeinsam auf der Straße ein Strickgraffiti zur „Verschönerung“ des Dorfes strickt. Ein Baum sollte eingestrickt werden, um einen echten Blickfang im Dorf zu schaffen. Jeder konnte mitmachen. So auch Frau van Zütphen.

Inspiriert durch die Teilnahme an der Aktionsgruppe kam die Idee, auch in der Altenheimat ein Strickzeichen zu setzen.
Vor 4 Jahren ist Ingrid van Zütphen mit ihrem Mann in die Altenheimat gezogen. Das Stricken hat sie in einer städtischen Hauswirtschaftsschule  gelernt, bevor sie eine Lehre als Verkäuferin begonnen hatte.
 „Ich hab mein ganzes Leben lang gestrickt“ Auch Oma und Mutter haben viel gestrickt, eine echte Strickfamilie“. Am laufenden Band strickt sie Pullover, Schals, Decken oder Puppensachen. Nicht nur für die Familie. Auch die Mitarbeiter freuen sich über warme Socken und Mützen. „Der Urenkel sagt schon, jetzt möchte ich mal ein Pullover, die Mama hat schon genug“.
Aber besonders Stolz ist Ingrid van Zütphen auf das Altenheimat-Strickgraffiti. Erst der Gehstock, dann der Rollator und als Nächstes?  „Ein Rollstuhl!“

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