Flüchtlinge und Ehrenamtliche entdecken Vorteile des Landlebens

20.10.2017 11:37

Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung fördert ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit des Treff 55

Nabila Ali (l.), aus Syrien nach Neukirchen-Vluyn gekommen, engagiert sich ehrenamtlich für andere Geflüchtete. Karin Heintel ist beim Treff55 für die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe zuständig.

Die Flüchtlingshilfe des Treff 55 freut sich über Finanzmittel des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Das Ministerium fördert die Arbeit des Stadtteilbüros der Grafschafter Diakonie gGmbH – Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe mit 6.415 Euro. Angebote, wie Bauernhofbesuche, die ehrenamtliche Familienpaten mit Flüchtlingskindern machen und die von engagierten Neukirchen-Vluynern geleitete Sprachcafés in den drei großen Unterkünften, können durch die Förderung langfristig gesichert werden. Mit dem bundesweiten Programm „500 Landinitiativen“ fördert das Ministerium ehrenamtliche Arbeit, die es Geflüchteten ermöglicht, sich gut in die ländliche Umgebung zu integrieren und in der Dorfgesellschaft heimisch zu werden.

Nach dem Ankommen fehlten zum Teil die Kontakte außerhalb der Unterkünfte und die Möglichkeit, einen Bezug zur Umgebung zu bekommen, ist die Erfahrung von Karin Heintel, die im Treff 55 die Einsätze der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer koordiniert. „Beides stellen die einheimischen Ehrenamtlichen her.“ 

Dank der Fördermittel können Flüchtlingsfamilien  jetzt regelmäßig einmal im Monat zusammen mit ihren ehrenamtlichen Begleitern den in Niep gelegenen  Bauernhof „Waldhäuschen“ besuchen, den Tieren Futter vorbereiten, beim Ställe-Misten helfen oder es mit therapeutischem Reiten versuchen. In die Umgebung soll es auch für die Teilnehmer der verschiedenen Sprachcafés gehen. Von dem Fördergeld fuhren die Gruppen, in denen sich Geflüchtete zusammen mit Ehrenamtlichen auf unkomplizierte Weise erste deutsche Sätze für den Alltag aneignen können, z.B. ins Irrland nach Kevelaer. Weitere Ausflüge sind geplant. 

„Mit den Mitteln können jetzt außerdem ehrenamtliche Initiativen unterstützt werden, die die Geflüchteten selber auf die Beine stellen“, sagt Heintel. Zum Beispiel die der Hobbykicker aus den Neukirchen-Vluyner Unterkünften, die sich selbst organisieren und freitags und sonntags trainieren. Die Ballsportbegeisterten können sich nun z.B. einen professionellen Übungsleiter leisten und freuen sich über Fußballschuhe und Trainingsanzüge. Freundschaftsspiele mit örtlichen Fußballteams sind schon in Planung.

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