Arschleder und Grubenlampe: Handfeste Erinnerungsstücke gesucht

02.10.2017 17:00

Ab dem 4. Oktober beziehen Senioren ihre Zimmer im neu gebauten „Haus für Jung und Alt“ der Grafschafter Diakonie / Meerbecker können Bergbau-Gegenstände abgeben

Anton Pastoors zieht in die neue Pflegeeinrichtung der Grafschafter Diakonie ein. (von hinten links) Fabian Grahl, Ulrike Grahl, Andreas Blinzler, Anton Pastoors.

Anton Pastoors wird seine Grubenlampe mitbringen. Der frühere Bergmann ist an diesem Nachmittag mit Tochter Ulrike und Enkelsohn Fabian in den ersten Stock des Haus für Jung und Alt gekommen. Zimmer anschauen, den Ausblick vom Balkon austesten, den Einrichtungsleiter kennenlernen. Sein Einzelzimmer mit Bad in der neu gebauten Pflegeeinrichtung der Grafschafter Diakonie wird er in wenigen Tagen beziehen. Der 81-Jährige deutet nach draußen. Schräg gegenüber in der Straße Auf dem Hügel hat er mit Frau und Tochter gelebt, die von ihm gebaute Blockhütte steht noch im Garten. Anton Pastoors ist einer der 42 Bewohnerinnen und Bewohner, die ab dem 4. Oktober nach und nach in das Seniorenheim an der Blücherstraße 2a einziehen werden. Sie folgen den 120 Kindern des Kindergartens des Trägervereins Johannes-Verein Meerbeck e.V., die Anfang September ihre Räume im Erdgeschoss des Neubaus in Besitz genommen haben. Etwa Mitte November wird das Haus fertig bezogen sein. Einrichtungsleiter Andreas Blinzler freut sich, dass unter den Senioren viele Meerbecker sind: „Es haben sich auch ehemalige Meerbecker angemeldet, die jetzt an anderen Orten leben und im Alter wieder zurückwollten. Das freut uns, denn wir wollen ein Haus für den Stadtteil sein.“ Der Einrichtungsleiter will, dass dieses Selbstverständnis in den neuen Räumen sichtbar wird. Großformatige Schwarzweißbilder, die den Stadtteil und seine Bewohner in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren zeigen, werden an den Wänden hängen. Doch es sollen noch handfestere Erinnerungsstücke in den Neubau kommen. Grubentelefon, Teller und Tassen mit Bergmannsmotiven, das berühmte „Arschleder“, mit dem die Bergleute sich unter Tage schützten, ein altes Werbeschild vom Kiosk um die Ecke oder ein über die Jahre geretteter Kaugummiautomat. Dafür setzt der Einrichtungsleiter auf Unterstützung aus dem Stadtteil. Sein Aufruf an die Meerbecker Haushalte: „Wer solche Erinnerungsstücke im Keller, der Garage oder in der Gartenhütte hat und sie abgeben möchte, kann sie uns zur Verfügung stellen. Bei uns sind sie gut aufgehoben und werden täglich bewundert.“ Gut erhalten sollten die künftigen Exponate sein. Ab dem 4. Oktober können sie im ersten Stock im Haus für Jung und Alt abgegeben werden. „Ich freue mich, wenn es auf diese Weise gemeinsam gelingt, dass bei den betagten Bewohnern Erinnerungen wach werden, sie sich am richtigen Ort und zuhause fühlen“, sagt der Einrichtungsleiter. 

Info: Abgabe der Meerbecker Erinnerungsstücke direkt im ersten Stock des „Haus für Jung und Alt“ der Grafschafter Diakonie, Blücherstraße 2a, montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr.

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